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Leitbild

Ziel der Lehrveranstaltungen des Klinischen Instituts für Pathologie ist es, unseren Studierenden systematisch in den Vorlesungen und praktischen Übungen im Rahmen der unterschiedlichen Blöcke jene Grundlagen der morphologischen und molekularpathologischen Veränderungen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, Ursachen, Entstehung und Symptome von Erkrankungen zu verstehen, aber auch therapeutische Ansätze, die sich aufgrund molekularpathologischer Untersuchungsergebnisse von Zellmaterial und Gewebeproben ergeben, zu erkennen.

Nach wie vor ist es so, dass mehr als 80% der Bevölkerung (erschreckenderweise aber auch mehr als 40% der Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten) Pathologie und Gerichtsmedizin verwechseln und darüber hinaus auch die Meinung vertreten, dass Patholog:innen ausschließlich postmortale Diagnostik betreiben, also lediglich die Endstrecke von Erkrankungen dokumentieren.

Das ist ein Irrtum, die moderne Klinische Pathologie ist heutzutage ein zentrales diagnostisches Fach, welches deutlich mehr als 95% seiner diagnostischen Arbeit den lebenden Patient:innen widmet. Dabei zählt zu den Hauptaufgaben neben intraoperativem Schnellschnitt, der oft innerhalb weniger Minuten das weitere chirurgische Vorgehen einer Operation entscheidet, und makroskopischer und histologischer Untersuchung von Operationspräparaten vor allem auch die Untersuchung bioptisch gewonnenen Gewebes oder durch Punktion gewonnenen Zellmaterials, wobei besonders in der Krebsdiagnostik an diesem Gewebe neben der klassischen histologischen Klassifikation immer öfter mittels molekularpathologischer Untersuchungen abgeklärt wird, welche individuelle Therapie für den:die erkrankte:n Patient:in am besten geeignet ist. Pathologie ist also von entscheidender Bedeutung für eine moderne, individualisierte und „maßgeschneiderte“ Behandlung von Erkrankungen, insbesondere Krebserkrankungen.

Diese zentrale Rolle der Pathologie in der zielgerichteten modernen, therapeutisch hochrelevanten Diagnostik aufzuzeigen – ohne welche die individualisierte Medizin heutzutage wohl undenkbar wäre –, ist uns in der Ausbildung der zukünftigen Ärzt:innen ein großes Anliegen, sollte doch auch die Lehre am Klinischen Institut für Pathologie Grundlage für eine spätere erfolgreiche klinische Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Fachdisziplinen sein.